Donnerstag, 16. Oktober 2014

Wie die katholische Kirche die Umsetzung der Streikurteile plant...

...lässt sich exklusiv im aktuellen Heft der ZMV (5/2014) nachlesen.

Dr. Fuhrmann, Referent der Geschäftsstelle des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) stellte bei einem Studientag zum Dritten Weg am 9. Juli 2014 die Konzeption der gepanten Regelung vor:
  • konsequente Fortführung des Dritten Weges
  • Änderungen am Verfahren nur soweit, als dies durch die BAG-Urteile gefordert ist
  • kirchengemäße Tarifverträge werden abgelehnt
  • Kommissionen sollen um Gewerkschaftsmitglieder aufgestockt werden - Entsende- statt Wahllistenmodell
  • die Anzahl der entsandten Vertreter soll nach dem Organisationsgrad bestimmt werden
  • das Entsenderecht steht nur Gewerkschaftsvertretern zu
  • Gewerkschaftsvertreter müssen nicht im kirchlichen Deinst stehen
  • keine Konfessionsvorgabe für entsandte Vertreter, aber schriftliche Anerkennung der Besonderheiten des kirchlichen Dienstes durch die entsandten Vertreter wird gefordert
  • im Fall von mehr Interessenten als vorhandenen Plätzen soll die Entscheidung durch das kirchliche Arbeitsgericht getroffen werden
Die Vorschläge, so heißt es, seien von einer Expertengruppe erarbeitet worden, an der auch Vertreter der Mitarbeiterseite mitgewirkt hätten. 
Soweit die Informationen aus der ZMV.

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Bislang hatte man diese konzeptionellen Überlegungen übrigens für geheim gehalten. Veröffentlichungen und Informationen, welche interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Caritas und Kirche außerhalb der erlauchten Kreise von Zentral-KODA, IgMiCK und ARA in die Lage versetzt hätten, sich mit den Überlegungen auseinanderzusetzen, sind uns nicht bekannt geworden.
Entscheiden wird ohnehin die Deutsche Bischofskonferenz. Eine Frage, die in weltkirchlicher Perspektive jetzt wirklich keine Glaubensfrage ist, kann man ja nun doch nicht den betroffenen Gläubigen zur Entscheidung überlassen.

"Ein grundlegendes Recht der menschlichen Person ist das Recht der arbeitenden Menschen, in voller Freiheit Organisationen zu gründen, die ihre Belange vertreten und ihnen ermöglichen, die ihre Belange vertreten und ihnen ermöglichen, einen wirksamen Beitrag zur Gestaltung des Wirtschaftslebens zu leisten."
Steht wo?
In unserem aktuellen Katholischen Erwachsenenkatechismus, Band 2, Leben aus dem Glauben, auf Seite 410.

Kommentare:

  1. Gästestatus am Katzentisch - und wie soll damit der Preiswettbewerb zwischen den verschiedenen "Tarifen" beendet werden?
    Da haben wir bei der Diakonie schon genug sauere Erfahrungen. Das ist keine koalitionsmäßige Betätigung.

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  2. So schaut kein Dialog auf Augenhöhe aus. Das ist Augenwischerei!

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  3. Bevor unausgegorene "Angebote" gemacht werden, sollte man sich erst mal verständigen, was man gemeinsam erreichen will - und dann überlegen, was zur Umsetzung dieser Ziele nötig ist.
    So macht das "Angebot" nur den Eindruck, die Autoren wollten die Gefahr von Arbeitskämpfen mit formal geringstmöglichen Zugeständnissen abwenden.
    Den schon genannten "Platz am Katzentisch" sehe ich nicht als Ziel gewerkschaftlicher Bemühungen.

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