Sonntag, 31. August 2014

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Erklärung des DGB zum Antikriegstag 1. September

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite. Beide Jahrestage machen den diesjährigen Antikriegstag zu einem zentralen Tag der Erinnerung und des Mahnens. Auch heute gilt: Kriege kommen nicht über uns – sie werden gemacht. Gewalt geht von Menschen aus – und trifft Menschen. Sie werden getötet, verwundet und vertrieben. Ihr Leben wird bis in die Grundfesten erschüttert - während andere aus Kriegen Profite schlagen oder ihre Machtinteressen durchsetzen. Daran erinnern der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften seit 1957 nicht nur am Antikriegstag: Nie wieder darf Krieg von deutschem Boden ausgehen.

Samstag, 30. August 2014

Boeckler-Studie: Neue Arbeitsteilung im Krankenhaus - oft kein Fortschritt für Beschäftigte und Patienten

Pressemitteilung zur Studie:
- Weniger Stellen, mehr Arbeit
- Zu wenig Zeit für das Wesentliche
- Verschiebung von Aufgaben, aber keine echte Reorganisation
- Viele machen sich Sorgen um die Rente

Hier gibt es die vollständige Studie:
Arbeitsreport Krankenhaus/Arbeitspapier der Hans-Boeckler-Stiftung Nr. 306 vom August 2014

Vorankündigung: Kita-Konferenz für Betriebsräte, Personalräte und Mitarbeitervertretungen

Am Donnerstag, den 18. September 2014, findet von 10:00 – 16:00 Uhr im DGB-Haus Essen (direkt am Hbf) eine Kita-Konferenz statt.
Ausschreibung: hier

Themen der Konferenz sind:
◾Das KiBiz nach der 2. Revisionsstufe – was ist zu tun für BR/PR/MAV?
◾Gesundheitsschutz konkret umsetzen
◾Wir haben mehr verdient – Aufwertung im Sozial- und Erziehungsdienst

Donnerstag, 28. August 2014

Zitat des Tages: Deutschland hat größte Vermögensungleichheit in der Eurozone

Das ist das Ergebnis einer DIW-Studie, die u.a. vom Handelsblatt im Februar dieses Jahres veröffentlicht wurde:
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vergleicht in einer neuen Studie die Vermögensungleichheit in den Ländern der Eurozone. In Deutschland ist die Schere zwischen Arm und Reich am größten.
....

Mittwoch, 27. August 2014

Veröffentlichungen des ver.di-Ressorts Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik; hier: sopoaktuell Nr. 179

Haushaltshilfen sind nicht nur ein klassisches Betätigungsfeld im kirchlichen Umfeld - der folgende Aufruf passt auch die die Debatte um die hohe Einkommens- und Vermögensungleichheit, die wir heute angesprochen haben und morgen mit einem weiteren Zitat in der Diskussionsbeitrag untermauern wollen.
Daher heute Abend noch ein kurzer Hinweis:  
sopoaktuell Nr. 179

GEMEINSAMER AUFRUF: MENSCHENWÜRDIGE ARBEIT FÜR HAUSANGESTELLTE!GEWERKSCHAFTERINNEN, RECHTSEXPERTINNEN UND VERTRETERINNEN AUS WISSENSCHAFT UND KIRCHEN FORDERN GUTE ARBEIT IM PRIVATHAUSHALT – ILO-KONVENTION 189 UMSETZEN! 


Am 1. September 2014 tritt in Deutschland das Übereinkommen 189 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) „Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte“ in Kraft. Dadurch sollen die Arbeitsbedingungen der weltweit über 50 Millionen Beschäftigten in Privathaushalten verbessert werden. Mehr als 80 Prozent sind Frauen und viele davon Migrantinnen. Hausangestellte übernehmen Pflegetätigkeiten für ältere Menschen oder betreuen Kinder; sie bügeln, putzen, führen den Haushalt, erledigen Gartenarbeiten. In Deutschland werden Hausangestellte überwiegend stundenweise, informell und unangemeldet oder in geringfügiger Beschäftigung beschäftigt. Mangelnde soziale Absicherung, ungeregelte Arbeitszeiten und Niedriglöhne bis hin zur Arbeitsausbeutung und Zwangsarbeit in einzelnen Fällen sind Probleme der bezahlten Haushaltsarbeit.

Mehr dazu in unserer  sopoaktuell Nr. 179

Mit kollegialen Grüßen
i.A. Marion Heins

Zitat des Tages: Während die Einkommen einiger weniger exponentiell steigen, ...

.... sind die der Mehrheit immer weiter entfernt vom Wohlstand dieser glücklichen Minderheit. Dieses Ungleichgewicht geht auf Ideologien zurück, die die absolute Autonomie der Märkte ... verteidigen. Darum bestreiten sie das Kontrollrecht der Staaten, die beauftragt sind, über den Schutz des Gemeinwohls zu wachen.
...
Hinter dieser Haltung verbergen sich die Ablehnung der Ethik und die Ablehnung Gottes. ....
 
Evangelii Gaudium, 56, 57


Wir fragen uns in dem Zusammenhang, ob es wirklich nötig ist, den Sozialstaat mit seinen Dienstleistungen den "Märkten" und ihrem Gewinnstreben auszusetzen.


 
Zur Rubrik "Zitat des Tages": Im August macht auch die Blog-Redaktion Sommerpause, die nur für ganz wichtige Nachrichten unterbrochen wird. Mit der täglichen Rubrik "Zitat des Tages" füllen wir die Tage mit Lektürefundstücken, die uns aufgefallen sind und die wir für bemerkenswert halten.
Das machen wir auch, damit der Blog nicht einrostet.

Dienstag, 26. August 2014

Caritas-Vermittlungsausschuss vom 21. August ....

am 21. August tagte der Vermittlungsausschuss der AK-Bundeskommission zur Fortsetzung des Vermittlungsverfahrens um die Vergütungen der Caritas ab 2014. Ein greibares Ergebnis ist noch nicht bekannt.

Über den weiteren Weg eines möglichen Vermittlungsvorschlags bis zur Umsetzung in den Regionen informiert die akmas in einer Übersicht.

Die nächste reguläre Sitzung der Bundeskommission findet am 23. Oktober 2014 statt. Ob dann in diesem Jahr noch eine Regelung für diejenigen herauskommt, die nach AVR Caritas vergütet werden, wird vielfach bezweifelt.

Zitat des Tages: Wir haben "neue Götzen geschaffen"

in der "Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne wirklich menschliches Ziel." Alles Schwache "ist wehrlos gegenüber den Regeln eines vergötterten Marktes, die zur absolten Regel werden."
 
Evangelii Gaudium, 56
 
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Montag, 25. August 2014

Zitat des Tages: Der Papst in Korea - Mahnung für Deutschland?

Koreas Bischöfe warnte der Heilige Vater vor "geistlicher und pastoraler Verweltlichtung". In einem wohlhabenden und materialistisch orientierten Land ... bestehe für die Kirche die Versuchung, allerlei Verhaltensweisen und Planungsmodelle "aus der Geschäftswelt" zu übernehmen, sagte Franziskus bei seiner Begegnung mit den Bischöfen.... Das führe dann auch bei Geistlichen leicht zu einem Lebensstil und einer "Mentalität, die mehr von weltlichen Kriterien des Erfolgs - und tatsächlich der Macht - geleitet sind", so Franziskus
Zitiert aus- und nachzulesen in der Münchner Kirchenzeitung, 107. Jg. v. 24. August 2014 / Nr. 34, S. 6.

Das erinnert irgendwie an den Aufruf von Papst Benedikt XVI. zur Entweltlichung - müssen da nicht manchen Matadoren, die in Freiburg dabei waren, die Ohren klingen?

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Freitag, 22. August 2014

Zitat des Tages: Die Tarifautonomie hat sich bewährt. ....

...Und ich appelliere an die Tarifparteien, dieses bewährte Instrument ... am Leben zu erhalten. Wer versucht, eine vorübergehende Schwäche des Tarifpartners bis zum Äußersten auszunutzen, mag einem kurzfristigen Kalkül entsprechend schlau handeln, aber er schadet dem Gemeinwohl und mittel- bis langfristig auch sich selbst. Man hört durchaus Klagen von Arbeitnehmern verschiedener Branchen, dass ... Arbeitgeber nicht bereit wären, sich mit den Gewerkschaften an einen Tisch zu setzen, um Tarifverträge neu zu verhandeln ... Wer sich so verhält, darf sich dann aber nicht beklagen, wenn ihm die Politik irgendwann einmal einen gesetzlichen Mindestlohn vorschreibt. ....
Siehe: Reinhard Marx, "Das Kapital - Ein Plädoyer für den Menschen", 2008, S. 123
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Donnerstag, 21. August 2014

Arbeitgeberverband Pflege warnt vor einheitlichem Tarifvertrag und erteilt der Politik gute Noten

Die gestrige Ausgabe des Handelsblatt befaßt sich in einem überaus interessanten Artikel "Herausforderung Pflege" anläßlich der Jahrespressekonferenz des Arbeitgeberverbandes Pflege vom Dienstag dieser Woche mit dessen Positionen und der Kritik von ver.di daran.  (online: Handelsblatt unter dem Titel "Hängepartie Pflege")

Verbandspräsident Thomas Greiner hält die Pflege angesichts derzeit 60000 Auszubildender in der Pflegeausbildung für attraktiv, Sylvia Bühler vom ver.di-Bundesvorstand sieht dagegen die "unterirdisch niedrigen Löhne" der privaten Anbieter als Ursache für die schwierige Lage der Branche.

Zitat des Tages: Wo Löhne gezahlt werden, die gegen die guten Sitten verstoßen, da muss der Staat eingreifen ...

...Und auch wo einzelne Unternehmen versuchen, durch Dumpinglöhne jene Wettbewerber vom Markt zu verdrängen, die anständige Tariflöhne zahlen - fürher nannte man das "Schmutzkonkurrenz" -, da sollte der Staat nicht tatenlos zusehen ...
Siehe: Reinhard Marx, "Das Kapital - Ein Plädoyer für den Menschen", 2008, S. 79 - 80
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Das machen wir auch, damit der Blog nicht einrostet.

Mittwoch, 20. August 2014

Morgen tagt der Vermittlungsausschuss der AK-Bundeskommission

...in Fortsetzung des am 23. Juli 2014 in einem ersten Termin geführten Vermittlungsverfahrens. Über den weiten Weg eines möglichen Vermittlungsvorschlags bis zur Umsetzung in den Regionen informiert die akmas in einer kleinen Übersicht.

Eine nennenswerte Diskussion der aktuellen Situation findet - zumindest soweit man das öffentlich wahrnehmen kann - kaum statt. Und das Engagement auch der einfachen Form der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist quantitativ aktuell noch nicht sehr spektakulär.

Dabei sind die Möglichkeiten, Varianten und Alternativen relativ begrenzt:

Zitat des Tages: Erst die staatliche Arbeiterschutzgesetzgebung, die Entstehung von Gewerkschaften und die gesetzliche Anerkennung des Arbeitskampfrechts .....

.... und der Tarifautonomie haben die Arbeitnehmerseite in den Stand versetzt, auf gleicher Augenhöhe mit den Arbeitgebern Verträge auszuhandeln.
...
Tatsächliche Arbeitsvertragsfreiheit ist deshalb erst mit der rechtlichen Anerkennung und Garantie der Tarifautonomie erreicht worden.
Siehe: Reinhard Marx, "Das Kapital - Ein Plädoyer für den Menschen", 2008, S. 78 - 79

Dienstag, 19. August 2014

Zitat des Tages: "Die Förderung der Lebenslage der Arbeiter ist ohne Gewerkschaften nicht möglich"

Siehe:  Papier Kirche und Arbeiterschaft, 2.2.3 der Würzburger Synode von 1974, deren Lektüre jetzt, 40 Jahre später, durchaus anregend sein kann.

Montag, 18. August 2014

AK Caritas - was wollen die Dienstgeber?

Mitte letzten Monats hat sich der Verhandlungsführer der Dienstgeberseite der AK Caritas, Dr. Rainer Brockhoff,  in einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit gewandt. In ihr werden die Erwartungen der Dienstgeber an die im Caritasbereich bislang ergebnislos verlaufende Tarifrunde 2014 formuliert.

Wir wollen diese Erwartungen etwas näher unter die Lupe nehmen. Mit Punkt 1 hatten wir uns im Blog bereits am 25. Juli 2014 kritisch auseinandergesetzt. Im Folgenden befassen wir uns mit der gesamten durch Dr. Brockhoff dargestellten Situation:

Punkt 1

Dr. Brockhoff: "Ist die Arbeit bei der Caritas weniger wert als im öffentlichen Dienst? Alle Tarifvergleiche haben bisher das Gegenteil bewiesen. "

Sonntag, 17. August 2014

Löhne in Deutschland sind zu niedrig

...findet die Brüsseler EU-Kommission nach Informationen der Welt.

Dass auch die Europäische Zentralbank höhere Löhne in Deutschland fordert, darüber hatten wir am 31. Juli 2014 berichtet.

Die Forderung der Deutschen Bundesbank "Bundesbank für kräftiges Tarifplus" haben wir am 21. Juli 2014 informiert.

Über die verlässliche Opposition gegen derartige Forderungen durch die Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes berichten wir hier regelmäßig und insbesondere morgen wieder hier im Blog.

Freitag, 15. August 2014

AK Magazin Ost August 2014 - der 3. Weg im Osten

Das aktuelle Magazin der AK Caritas für den Bereich der Regionalkommission Ost (der (Erz-)Bistümer Berlin, Desden-Meißen, Erfurt, Görlitz, Hamburg und Magdeburg)








Donnerstag, 14. August 2014

EILMELDUNG zur CTT - erneut Gehaltsabsenkung geplant

 
 
ctt will erneut Löhne senken

 

Jetzt plant die cusanus trägergesellschaft trier mbH (ctt), eine erneute Gehaltsabsenkung. Beabsichtigt ist in Bernkastel-Wittlich und der Altenhilfe eine Absenkung von 2.9 % und in Lebach um 3,7 %. Thorsten Servatius ruft zum Widerstand.

 

Link: http://saar-trier.verdi.de/branchen-und-berufe/gesundheit-soziale-dienste-wohlfahrt-und-kirchen/copy3_of_krankenhaeuser/++co++7baad334-239b-11e4-a0ea-525400248a66

 

Faktencheck: Qualifizierung lohnt sich nicht?

In CAREkonkret 31/2014 vom 1.8.2014 wird die politische Sprecherin der Dienstgeberseite der AK Caritas, Lioba Ziegele, mit folgender Äußerung zitiert:
"Derzeit verdienen Pflegehelfer nach dem siebten Jahr der Beschäftigung zum Teil deutlich mehr als examinierte Fachkräfte in deren ersten sechs Jahren. Das wollen wir ändern und dadurch eine Qualifizierungsbereitschaft fördern, die wegen des Fachkräftemangels in der Pflege dringend erforderlich ist."
Wir haben uns bemüht, um uns einen Überblick zu verschaffen, die Vergütungsverläufe derjenigen, um die es geht etwas differenzierter darzustellen. Der Verlauf erstreckt sich über 25 Jahre.

Mittwoch, 13. August 2014

Zitat des Tages: Dienstgemeinschaft verlangt Tarifverträge

Die Dienstgemeinschaft ist ein Ausdruck der Tatsache, dass sich diakonische Einrichtungen und Unternehmen ethischen Anforderungen in besonderer Weise stellen wollen. Der  Grundsatz der Dienstgemeinschaft steht Tarifverträgen nicht entgegen. Im Gegenteil. Tarifverträge sind nicht Ausdruck des Konfliktdenkens zweier einander unversöhnlich konträr gegenüberstehender Parteien. Ihr Ziel ist nicht der Konflikt, sondern die Einigung - dies freilich unter fairer und gerechter Berücksichtigung der Interessen beider Seiten. Dienstgemeinschaft richtig verstanden heißt: partizipations- und konsensorientierte Entscheidungsprozesse zu beschreiten. Tarifverträge gehören dazu.

Dienstag, 12. August 2014

Zitat des Tages: Versöhnungsprinzip

Wenn geltend gemacht wird, ein Arbeitskampf lasse sich schlecht mit den Prinzipien christlicher Nächstenliebe und Versöhnung vereinbaren, so ist dem entgegenzuhalten, dass Unversöhnlichkeit und Lieblosigkeit in dem Lohnkonflikt begründet sind, der zum Arbeitskampf führt. Die Arbeitnehmer sind in diesem Konflikt strukturell unterlegen und greifen zu Arbeitskampfmaßnahmen, weil sie nur auf diesem Wege eine gleich starke Verhandlungsposition erlangen können. Verwehrt ihnen der strukturell überlegene Arbeitgeber diesen Ausweg, dann nimmt er ihnen die Chance auf einen fairen Abschluss. Hierfür das Prinzip der Nächstenliebe zu bemühen, mag weltlicher Kritik entzogen sein. Bei der Gewichtung dieses Aspekts bleibt aber zu berücksichtigen, dass auch die Arbeitgeberseite Nächstenliebe und Rücksichtnahme schuldet und es grundsätzlich nicht aufklärbar ist, welche Seite bei der Entstehung des Konflikts es daran hat fehlen lassen. Viele Arbeitnehmer kämpfen zudem auch für ihre Familien, denen gegenüber sie – fraglos in Übereinstimmung mit christlicher Moral – eine stärkere Loyalitätsbindung empfinden als gegenüber ihrem Arbeitgeber.
Insgesamt wirkt die Begründung des kirchlichen Standpunktes mit dem Prinzip der Nächstenliebe und Versöhnung bei näherer Betrachtung wenig überzeugend. Ein Arbeitgeber, der in einem Konflikt um Arbeitsbedingungen Nächstenliebe von seinen Arbeitnehmern einfordert, schiebt ihnen damit einseitig die Verantwortung an der Entstehung des Konflikts zu. Indem er ihnen die ihnen zu Gebote stehenden Druckmittel nimmt, unterwirft er sie zugleich seinen Herrschaftsinteressen.

Montag, 11. August 2014

Zitat des Tages: Materielle Verhandlungsparität...

Die materielle Verhandlungsparität ist jedoch nur dann gewährleistet, wenn auf gleicher Augenhöhe verhandelt wird, das heißt: wenn keine Seite der anderen ihren Willen aufzwingen kann. Dass eine solche Parität in den Verhandlungen der Arbeitsrechtsregelungs-Kommissionen zwischen Dienstgeber- und Mitarbeiterseite existiert, kann zu Recht bezweifelt werden.

Denn es besteht erstens keine Gegnerfreiheit. Die Vertreter der Mitarbeiterseite sind ausnahmslos wenn nicht  unmittelbar so doch mittelbar  Arbeitnehmer,  also abhängig Beschäftigte  der Dienstgeber. Als Verhandlungspartner sind sie eine Art „gelbe Gewerkschaft“ oder Hausgewerkschaft.

Freitag, 8. August 2014

Wochennotizen 8. August 2014

Auch in der Ferienzeit wird in die Zeitung oder auch mal ins Internet geguckt, hier eine kleine Zusammenfassung von interessanten Fundstücken der letzten Tage:


Pflege-Notstand: So werden Schüler verheizt 
meldet die TZ am 31.7.2014. Berichtet wird, dass Schüler in zahlreichen Einrichtungen wie normale Vollzeitfachkräfte eingesetzt werden und mit Tätigkeiten betraut werden, die ihre Verantwortung objektiv überfordert; in vielen Fällen würden Schüler "überfordert" und "verheizt". Weiter wird berichtet Bayerns Kultusministerium habe einen warnenden "Brandbrief" an alle Einrichtungen und Heime verschickt.

Pressemitteilung Ver.di München: Personalrat und Ver.di begrüßen Arbeitsmarktzulage für Erzieherinnen
Ver.di hierzu: 
Die Arbeitsmarktzulage, die Oberbürgermeister Dieter Reiter auf den Weg gebracht hat, ist ein erster wichtiger Schritt, die Entlohnung der Beschäftigten in den Kinderbetreuungseinrichtungen zu verbessern. Die Zulage ist aber eine freiwillige Zulage der Stadt München, die jederzeit wieder zurückgenommen werden kann.
ver.di fordert von den öffentlichen Arbeitgebern die Bereitschaft ein, die Eingruppierungsregelungen für die Berufe des Sozial- und Erziehungsdienstes tarifvertraglich aufzuwerten. Im Herbst 2014 wird ver.di bundesweit die entsprechenden Forderungen für die Entgeltordnung diskutieren und beschließen. Im Frühjahr 2015 will ver.di dann darüber verhandeln.




Donnerstag, 7. August 2014

Zitat des Tages: Solche Organisationen sind nicht Träger eines angeblich unausweichlichen Klassenkampfes

Solche Organisationen sind nicht Träger eines angeblich unausweichlichen Klassenkampfes, sondern einer echten Solidarpartnerschaft. Gewerkschaften, die sich für die wirtschaftlichen Ansprüche der Arbeitnehmer einsetzen, führen keinen Kampf gegen andere, sondern nehmen teil am Kampf für die soziale Gerechtigkeit (LE 20). Insofern sind sie ebenso wie die Arbeitgeberverbände ein positiver Faktor der sozialen Befriedung und der Solidarität. 
aus:
Katholischer Erwachsenenkatechismus, Zweiter Band, hrsgg. von der Deutschen Bischofskonferenz, 1995,

Mittwoch, 6. August 2014

Zitat des Tages: Dax-Vorstände und der große Rest

1989 hatten die dreißig Dax-Vorstände im Schnitt als Jahreseinkommen 500.000 Mark erhalten. Keiner ist damit verhungert. Zwanzig Jahre später liegen diese Einkommen bei sechs Millionen Euro, VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn steht mit 17,5 Millionen Euro an der Spitze. 1985 bestand ein Verhältnis von 20:1 zwischen der Höhe der Vorstandsgehälter in den großen deutschen Aktiengesellschaften und der durchschnittlichen Vergütung ihrer Arbeitnehmer. Aber 2011 betrug dieses Verhältnis 200:1. 

Dienstag, 5. August 2014

Zitat des Tages: Oswald von Nell-Breuning über "Kirchliche Dienstgemeinschaft"

"Keine noch so idealen Vorstellungen von Dienstgemeinschaft vermögen es zu rechtfertigen, Menschen, die nichts weiter wollen als rechtschaffenden Broterwerb und gutes Fortkommen im Leben, ein religiös bestimmtes Dienstverhältnis aufzunötigen, das mehr Opfer und Verzichte abverlang und weniger Freiheit und rechtliche Absicherung gewährt als ein Arbeitsverhältis beim Staat oder in der Wirtschaft."

Oswald von Nell-Breuning, Kirchliche Dienstgemeinschaft, Stimmen der Zeit 1977, S. 707


Montag, 4. August 2014

Verantwortliche Leitungskräfte der Caritas: mehrheitlich nicht vom kirchlichen Arbeitsrecht überzeugt

Die Airvote-Ergebnisse der Zukunftsworkshops des Deutschen Caritasverbandes* haben Interessantes zu Tage gefördert:
50,1 % der befragten Mitarbeiter in Leitungsverantwortung beantworteten die Frage
Wenn sie entscheiden könnten: Würden Sie an einem eigenständigen kirchlichen Arbeitsrecht festhalten?
mit Nein!

Vorstellbar: Katholische Arbeitgeber offen für Tarifvertrag

...meldet heute die ag mav in Niedersachsen unter Verweis auf eine entsprechende epd-Meldung: 

»Wir sind an den Gesprächen der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen über einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag beteiligt«, sagte am 23.07.2014 der Justiziar des Caritasverbandes Osnabrück, Werner Negwer,  zum Abschluss einer Sitzung der regionalen Tarifkommission für Niedersachsen und Bremen.


Zitat des Tages: Lothar Dombrowski entdeckt Thomas von Aquin und Papst Gregor den Großen

Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht.

...nach Lothar Dombrowski (Georg Schramm), der hier in seinem Programm "Meister Yodas Ende" Thomas von Aquin und Gregor den Großen interpretiert und das Zitat in eine schöne Fassung bringt. 

Samstag, 2. August 2014

Schöne Sommertage...

Auch die Redaktion des Caritas-Verdi-Blogs zieht sich für die nächsten Wochen in den Urlaub zurück und postet nur nach Lust und Laune.

Denjenigen Blog-Nutzern, die Ferien haben, wünschen wir solche der erholsamen Art und denjenigen, die arbeiten müssen, in den hoffentlich warmen Augusttagen einen gemütlichen Dienst und schöne Feierabende!



Caritas 2020 - die Zukunft der Caritas

Zum Zukunftsdialog der Caritas, der im 1. Halbjahr auch regional geführt wurde, liegt inzwischen eine Reihe von interessanten Dokumenten vor. Auch das kirchliche Arbeitsrecht war und ist zentrales Thema. Zur Sprache kommen Aspekte, die wir herausfordernd finden und die uns sicher in den nächsten Wochen intensiver beschäftigen werden.

Freitag, 1. August 2014

Caritas - 2.Weg/3. Weg - der Stand der Dinge in der Tarifrunde 2014/2015 - Update 1. August 2014

Tarifrunden 2012 bis 2014
Wegstreckenübersicht 2. Weg/3. Weg
Update 1. August 2014

Gegenüber unserer Übersicht vom 1. Juli haben wir die folgende Tabelle um die Termine ergänzt, in denen es in der Bundeskommission bzw. in den Regionalkommissionen keine Beschlüsse zur Tarifrund 2014/2015 gab.

Tarifrunde TVöD
2014/2015
Tarifrunde MB/TV-Ärzte/VKA 2013/2014Tarifrunde TVöD
2012/2013
Einigung 1.4.2014 (1)*
Erklärungsfrist**: 30.4.2014
Laufzeit 1.3.2014-29.2.2016
Einigung: 6.3.2013 (1)*
Erklärungsfrist**: 23.3.2013
Laufzeit: 1.1.2013-30.11.2014
Einigung 31.3.2012 (1)*
Erklärungsfrist**: 30.4.2012
Laufzeit 1.3.2012-28.2.2014
Lineare Erhöhungen:
1.3.2014: + 3,0 %, mind. 90 €
1.3.2014: + 2,4 %
(zusätzlich: Erhöhung der Ausbildungsvergütungen, einheitlicher Jahresurlaub 30 Tage...)
Lineare Erhöhungen:
1.1.2013: +2,6 %
1.1.2014: +2,0 %
(zusätzlich: Erhöhung der Bereitschaftsdienstentgelte um durchschn. 8 % ab 1.4.2013...)
Lineare Erhöhungen:
1.3.2012: + 3,5 %
1.1.2013: + 1,4 %
1.8.2013: + 1,4 %
(zusätzlich: Erhöhung der Ausbildungsvergütungen, Änderung Jahresurlaub...)



Der kirchliche Sonderweg im Arbeitsrecht hat sich sowohl für Dienstgeber als auch für die Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen in der Caritas bisher bewährt, denn er hat sich auch unter den derzeit
schwierigen Wettbewerbsbedingungen als vergleichsweise robust erwiesen. Die Caritas orientiert
sich mit ihrem vergleichsweise hohen Entgeltniveau weiterhin an maßgeblichen Tarifen in der Sozialwirtschaft.
Die Tarifbindung ist hoch, Dienstgeberseite wie auch Mitarbeiterseite stehen weiterhin
für die Stärkung des Flächentarifes.
aus: Gemeinsames Positonspapier Dienstgeber//Dienstnehmer AK Caritas vom 5. Juni 2014