Donnerstag, 23. November 2017

Aktionstag Altenpflege - Pflege macht sich stark

Zum den gestrigen Aktionstag Altenpflege - Altenpflege macht sich stark gibt es einen ausführlichen auf der http://gesundheit-soziales.verdi.de/mein-arbeitsplatz/altenpflege

Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen im ganzen Bundesgebiet beteiligten sich am Buß- und Bettag (22.11.2017) an ver.di-Aktionen. Ihre Forderung: mehr Personal.
Ihre Strategie: Solidarität.
In Hamburg war die Parole des ver.di-Aktionstags am Buß- und Bettag, dem 22. November 2017, weithin sichtbar: »Jeder dritte fehlt! Personalmangel in der Altenpflege« stand auf einem Transparent, das Aktivist/innen an einer Fußgängerbrücke über der großen Verkehrsader Hamburger Straße aufgehängt hatten. Zugleich machten Beschäftigte in verschiedenen Pflegeeinrichtungen der Hansestadt – wie im gesamten Bundesgebiet – auf die Personalnot aufmerksam.
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Aktuelle Medienberichte:


Mittwoch, 22. November 2017

Aktionstag Altenpflege

Aktionstag Altenpflege

Gemeinsam stark in der Altenpflege

Heute, am Buß- und Bettag (22. November 2017) findet der große Altenpflege-Aktionstag statt.


Handlungsdruck in der Altenpflege: Bundesweite ver.di-Aktionen für mehr Personal am Buß- und Bettag


Am heutigen Buß- und Bettag macht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit bundesweiten Aktionen auf die Personalnot in der ambulanten und stationären Pflege aufmerksam. Mitte der 1990er Jahre wurde der Buß- und Bettag in allen Bundesländern außer in Sachsen als Feiertag abgeschafft, um den Arbeitgeberanteil zur neu geschaffenen Pflegeversicherung auszuglei-chen. Das nehmen die Pflegekräfte zum Anlass, mit kreativen Aktionen auf ihre Arbeitssituation hinzuweisen und mehr Personal einzufordern. „Befristete Arbeitsverträge, unfreiwillige Teilzeit, Einspringen außerhalb des Dienstplans, und obendrein noch eine schlechte Bezahlung mit der Folge von Altersarmut – das ist für den Großteil der Pflegekräfte die Realität“, kritisiert Sylvia Bühler, die im ver.di-Bundesvorstand für Gesundheit und Soziales zuständig ist. „Die Situation der Pflege hat im Bundestagswahlkampf eine große Rolle gespielt. Das ist gut. Unabhängig davon, wer die neue Regierung stellt, müssen schnelle Lösungen her.“

Parteiübergreifend bestehe zwar große Einigkeit, die Bedingungen für die Pfle-ge zügig zu verbessern, so Bühler. Allerdings solle das noch von der amtierenden Bundesregierung geplante Instrument zur Personalbemessung in der Altenpflege frühestens 2020 zur Verfügung stehen. „So lang können weder die Beschäftigten noch die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen warten“, betont Bühler. Als Sofortmaßnahme fordert sie in stationären Einrichtungen einen Personalschlüssel von eins zu zwei: Rechnerisch müsse auf zwei Bewohner/innen mindestens eine Altenpflegekraft kommen. Nachts dürfe in keinem Wohnbereich mehr allein gearbeitet werden.

„Nur eine verbindliche, bundesweit einheitliche gesetzliche Personalbemessung garantiert eine gute Versorgung und gesunde Arbeitsbedingungen“, so Bühler. Bislang gebe es in den Bundesländern einen „Flickenteppich“ unterschiedlicher Regelungen, die noch dazu oft nicht eingehalten würden. „Ob man im Alter anständig versorgt wird und ob Pflegekräfte unter fairen Bedingungen arbeiten können, darf nicht vom Wohnort abhängen“, so die Gewerkschafterin. ver.di fordert, den bestehenden Pflegevorsorgefonds in einen „Pflegepersonalfonds“ umzuwidmen. Mit den jährlich mehr als 1,2 Milliarden Euro könnten zusätzlich 40.000 tarifvertraglich vergütete Vollzeitstellen mit Pflegefachkräften besetzt werden.

Die Forderung privater Pflegeunternehmen, die Fachkraftquote in der Altenpflege abzusenken, gleiche einer Bankrotterklärung. „Gute Tarifverträge helfen, den Fachkräftebedarf zu decken“, ist Bühler überzeugt. „Wir sind jederzeit zu Verhandlungen bereit.“


Quelle: Pressemitteilung Ver.di 22.11.2017

siehe auch:
https://gesundheit-soziales.verdi.de


Dienstag, 21. November 2017

Arbeitsstress stört das Familienleben

Das kennt man durchaus auch bei der Caritas!
Die Arbeitsbedingungen der meisten Beschäftigten in Deutschland sind verbesserungswürdig. Viele sind nach Feierabend so geschlaucht, dass die Familie zu kurz kommt.
Eine „Gute Arbeit“ haben nur 13 Prozent.
42 Fragen mit insgesamt 480 verschiedenen Antwortmöglichkeiten und 4800 Befragte: In den jährlich neu berechneten DGB-Index Gute Arbeit fließen Tausende detaillierte Informationen zu Anforderungen und Gestaltung der Arbeit ein. Nach den neusten Zahlen hat sich die Arbeitsqualität im laufenden Jahr gegenüber 2016 minimal verbessert. Im Schnitt könne man für Deutschland von einer „Arbeitsqualität im unteren Mittelfeld“ sprechen, sagen die Forscher, die den Index im Auftrag des DGB erstellen.
Unter „schlechter Arbeit“ leiden der Auswertung zufolge 19 Prozent der Beschäftigten, 31 Prozent liegen im unteren Mittelfeld, 37 Prozent im oberen Mittelfeld. „Gute Arbeit“ haben 13 Prozent.

Quelle und mehr: Boeckler-Impuls 18/2017

Die Broschüre selbst gibt es hier:   DGB-Index Gute Arbeit – Der Report 2017, November 2017

Montag, 20. November 2017

Klinikpersonal entlasten: Krankenhaustagung "Klinikwut steckt an" - nächste Protestwelle rollt


»Die Klinikwut ist ansteckend.« Auf diesen Titel einer Hannoveraner Boulevardzeitung vom Vortag verwies Sylvia Bühler vom ver.di-Bundesvorstand bei der Krankenhaustagung am 16./17. November 2017 in Berlin. »Wir dringen mit unserer Botschaft durch: Wir brauchen Entlastung und mehr Personal in den Kliniken.« Die vielen Protestaktionen und Streiks in Krankenhäusern überall in der Republik haben eine große öffentliche Wirkung, ist die Gewerkschafterin überzeugt. »Wir haben einiges erreicht, aber zur Wahrheit gehört auch: Am Bett, auf den Stationen und in den Bereichen ist die Entlastung noch nicht angekommen.«
ver.dimehr: https://gesundheit-soziales.verdi.de/mein-arbeitsplatz/krankenhaus/

Klinikpersonal entlasten

Mehr Personal: Nächste Protestwelle rollt

Klinikbeschäftigte senden Signal an künftige Regierung: Pflege braucht schnell bessere Bedingungen. Streiks in Düsseldorf und Hannover für Tarifverträge zur Entlastung.
  • Gesprächsbereitschaft in Essen
  • Sture Uniklinik Düsseldorf: »Die Leute sind stinksauer«
  • Streik in Hannover

mehr: https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/entlastung

Sonntag, 19. November 2017

Sonntagsnotizen: Franzikus, Benedikt, Lehramt, Gewerkschaft und Entweltlichung

Ratzinger-Preis verliehen.

Anlässlich der Verleihung des "Nobelpreis der Theologie", wie der Preis der vatikanischen Joseph Ratzinger-Benedikt XVI.-Stiftung auch genannt wird, in der Sala Clementina des Apostolischen Palasts an zwei deutsche Theologen *) und einen estnischen Musiker **) wurde von Papst Franziskus in dieser Woche auch das Werk seines Vorgängers, Papst Benedikt, gewürdigt:
"Sein Werk und sein Lehramt sind weiterhin ein lebhaftes und wertvolles Erbe für die Kirche und unseren Dienst."
Der 90-jährige Joseph Ratzinger sei nach wie vor ein Lehrmeister für alle,
"die das Geschenk der Vernunft nutzen, um auf den Ruf der Menschen zur Suche nach der Wahrheit zu antworten",
sagte Franziskus am Samstag im Vatikan.
Quellen: Domradio, katholisch.de, jeweils unter Bezug auf KNA.

Ratzinger - der zurück getretene Papst Benedikt - hat nicht nur durch seinen Rücktritt "Geschichte geschrieben". Er ist einer der Größten der theologischen Wissenschaft weltweit. Sein Werk ist für die Katholiken überall auf der Welt wegweisend. Dennoch stellt sich die Frage, ob mit dieser Würdigung nicht auch eine Botschaft an Deutschlands Katholiken verbunden sein könnte. Welche Lehren kann Franziskus gemeint haben, wenn er anlässlich der Verleihung eines nach dem deutschen Papstes benannten Preise (an zwei deutsche Theologen) auf dessen Lehramt verweist? Kann es sein, dass das auch etwas mit der katholischer Kirche in Deutschland zu tun haben sollte?

Samstag, 18. November 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass der Umstand, dass in aller Regel akademische Juristen und nicht akademische Theologen mit der Aufgabe betraut werden, "Dienstgemeinschaft" und "3. Weg" theologisch zu legitimieren und zu begründen, seinen Grund darin hat, dass Theologen üblicherweise weder bereit noch in der Lage sind, diese Aufgaben wahrzunehmen. Man befürchtet, dass entsprechende Versuche enden würden wie diejenigen, die man vor Jahrzehnten gemacht hat: die renommierten Fachtheologen äußern sich entweder kritisch oder sehr kritisch.



Vorletztes Gerücht

Freitag, 17. November 2017

Für mehr soziale Rechte in Europa - Resolution des DGB-Bundesvorstands

Heute wird in Göteborg die „Europäische Säule sozialer Rechte“ (ESSR) proklamiert. Sie soll der erste Schritt sein, um die Forderung von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker von 2014 umzusetzen, Europa müsse bei den sozialen Grundrechten ein ebenso hohes Vertrauen aufbauen wie Finanzen und Wirtschaft.

Der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat zur Proklamation der ESSR heute eine Resolution beschlossen, mit der die Bundesregierung aufgefordert wird, die ESSR zu unterzeichnen und sich für mehr verbindliche soziale Rechte in der EU einzusetzen.

DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann:
„Wir müssen dringend die Arbeitnehmerrechte in Europa wieder stärken. Es kann nicht sein, dass das Wettbewerbsrecht Vorrang vor den sozialen Grundrechten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Europa hat. Der kommende Sozialgipfel in Göteborg ist ein erster Schritt – aber dafür muss der Inhalt rechtsverbindlich werden. Wir brauchen verbindliche europäische Arbeitnehmerrechte, damit die soziale Dimension im Binnenmarkt deutlich gestärkt wird. Ein europäischer Arbeitsmarkt braucht europäische Spielregeln, nicht nur für den Dienstleistungs- und Güteraustausch, sondern insbesondere zur Bekämpfung von Lohndumping und Sozialabbau.“


Die Resolution im Wortlaut:

Donnerstag, 16. November 2017

Kirchliche Wohlfahrt unter Stress

Diakonie und Caritas zwischen eigenen Ansprüchen und dem Druck des Marktes – Die 16. Kasseler Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht diskutiert Herausforderungen und Alternativen zum kircheninternen »Dritten Weg«.

Einen Bericht zur Kasseler Fachtagung am 13./14. November 2017 gibt es hier:

https://gesundheit-soziales.verdi.de/

Mittwoch, 15. November 2017

Gemeinsam stark in der Altenpflege: Am Buß- und Bettag (22. November 2017) findet der große Altenpflege-Aktionstag statt.

Heute in einer Woche: 

Gemeinsam stark in der Altenpflege

Am Buß- und Bettag (22. November 2017) findet der große Altenpflege-Aktionstag statt.

Warum ein Aktionstag am Buß- und Bettag?
Um die Arbeitgeber finanziell zu entlasten, wurde vor mehr als 20 Jahren der Buß- und Bettag als Feiertag gestrichen. Damit sollte der Arbeitgeberanteil zur neu geschaffenen Pflegeversicherung ausgeglichen werden. Jede/r der am Buß- und Bettag arbeitet, tut dies, um die Pflege zu finanzieren. Wir wollen auch dieses Jahr den Tag nutzen um gemeinsam Zeichen zu setzen für bessere Arbeits- und Pflegebedingungen in der Altenpflege. Die Zustände sind alarmierend. Es ist höchste Zeit aktiv zu werden! Der Buß- und Bettag ist der ver.di-Aktionstag für die Altenpflege. Sei auch du dabei!

Altenpflege braucht mehr Personal, mehr Zeit, mehr Ausbildung, mehr Anerkennung!


mehr: 

Dienstag, 14. November 2017

Mahnruf von Caritas und ver.di an Politiker: Pflegenotstand endlich beheben

Gemeinsame Pressemitteilung des Diözesan-Caritasverbandes Trier und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
Mahnruf von Caritas und ver.di an Politiker: Pflegenotstand endlich beheben

Der Diözesan-Caritasverband Trier und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben sich am Montag, den 13. November, mit einem „Mahnruf für eine bessere Personalausstattung in den Krankenhäusern an die Bundestagsabgeordneten der Länder Rheinland-Pfalz und Saarland gewandt. Caritas und ver.di fordern die Politiker auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine fachlich kompetente und menschliche Pflege ermöglichen: Wir appellieren eindringlich an Sie persönlich, machen Sie Ihren Einfluss geltend und ergreifen Sie Maßnahmen, um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken. Setzen Sie sich für eine Entlastung der Pflege und eine nachhaltige, zweckgebundene Finanzierung neuer Pflegestellen ein und helfen Sie uns, damit das Thema endlich den notwendigen Stellenwert im Bundestag erhält“, so das von Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel und dem Landesbezirksfachbereichsleiter des ver.di-Landesbezirks Rheinland-Pfalz-Saarland, Frank Hutmacher, unterzeichnete Schreiben.
Die Dringlichkeit der Problemlösung begründeten Caritas und ver.di mit einer Zunahme der Patienten in den Krankenhäusern. Im Jahr 2016 waren es 19,5 Millionen Patienten, 3 Millionen mehr als 10 Jahre zuvor. Die Verweildauer ist im gleichen Zeitraum drastisch gesunken, was neben neuen Behandlungsmethoden vor allem auch auf die Einführung des Fallpauschalensystems im Krankenhausbereich (DRGs) zurückzuführen  ist. Die Arbeitsbelastung in der Pflege ist heute an einem Punkt angekommen, der sowohl für die Pflegenden selbst als auch für die Patienten nicht mehr hinnehmbar ist“, so Kugel und Hutmacher. Der Gesetzgeber sei gefordert, den finanziellen Spielraum für eine bessere Personalausstattung zu schaffen, damit eine nachhaltige Entlastung der Pflege zeitnah in Gang gesetzt werden kann. Das bedeutet konkret, dass den Krankenhäusern ausreichend Finanzierungsmittel zweckgebunden für die Einstellung zusätzlicher Pflegekräfte zur Verfügung gestellt werden“, fordern Caritas und ver.di.


Montag, 13. November 2017

Aus dem Teufelskreis ausbrechen - Interessenvertretung in der Altenpflege


»Aus den Teufelskreisen ausbrechen«

Studie zur Altenpflege: Harte Arbeitsbedingungen, wenige Gewerkschaftsmitglieder. Wie kann sich das ändern? Interview mit dem Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder

Wolfgang Schroeder ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Kassel und Research Fellow am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung hat er eine Studie zur Interessenvertretung in der Altenpflege erstellt.
Interview mit Wolfgang Schröder auf auf verdi.de:
Aus dem Teufelskreis ausbrechen


Einen Vorschau auf die Studie gab es bereits in den WSI-Mitteilungen 3/2017


Sonntag, 12. November 2017

Sonntagsnotizen: freier Sonntag, freie Tage

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat in der Gerichtssache C-306/16 eine Entscheidung hinsichtlich der wöchentlichen Ruhezeit getroffen, die auch für den Caritasbereich nicht uninteressant ist. In der Pressemitteilung 115/17 ist zu lesen:

Die wöchentliche Ruhezeit für Arbeitnehmer muss nicht notwendigerweise an dem auf sechs aufeinanderfolgende Arbeitstage folgenden Tag gewährt werden.


Man kann das Urteil auch so lesen, dass bis zu 12 Tagen möglich sind, man muss es allerdings auch so lesen, dass mehr als 12 Tage absolut unzulässig sind.

Die Bestimmungen, die dies sicherstellen (sollen) finden sich bekanntlich im Arbeitszeitgesetz § 11 Abs. 3 und in den AVR Caritas in den sich hierauf beziehenden Varianten in Anlage 5, § 2 Abs. (3) und in den Anlagen 30 (§ 4 Abs. (3) sowie 31 bis 33 (jeweils § 3 Abs. 3).

Verständige Arbeitgeber haben die Regelung schon immer so interpretiert, dass die 12 Tage Maximum immer realisiert wurden. Geläufig ist uns aber auch die Interpretation, der freie Tage könne auch 6 Tage vor  dem das Maximum sicherstellenden Sonntag liegen:

Man beginnt etwa seinen Dienstplan ab 6. November 2017 mit einem Montag, der als "sonntagsfrei" für den 12. November deklariert wird und arbeitet dann bis zum 24. November 2017 durch. Der 25. November ist dann "sonntagsfrei" für den 19. Dezember und der Bestimmung, den Ersatzruhetag "innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren" (§ 11 Abs. (3)) ist damit Genüge getan. 
Dieser Interpretation des Arbeitszeitgesetzes, die auch von den AVR-Regelungen nicht eingeschränkt wird, wurde nun durch den Gerichtshof der Europäischen Union ein Riegel vorgeschoben: der 13. Tag ist einer zuviel!

Die vorläufige Fassung des Urteils findet sich hier:
Urteil des Gerichtshofs (Zweite Kammer) vom 9. November 2017


Schönen Sonntag!
c.

Samstag, 11. November 2017

Samstag Abend - kein jüngstes Gerücht, sondern Fakt:

Wie das Bistum Trier gestern gemeldet hat, setzt sich inzwischen auch Bischof Ackermann (Tier) für die Pflege ein.
Freitag, 10. November 2017
Mehr Zeit für die Zuwendung zum Menschen

Bischof Ackermann fordert Politik auf, qualitativ hochwertige Pflege sicherzustellen

Trier – Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann hofft, dass es bei den laufenden Koalitionsverhandlungen zu konkreten und verbindlichen Vereinbarungen kommt, die der Bedeutung des Themas Pflege gerecht werden.
...

Es sei eine sehr wichtige Aufgabe von Politik und Gesellschaft, eine „qualitativ hochwertige Pflege“ zu gewährleisten: in der Altenhilfe, im Krankenhaus sowie in der palliativen Versorgung und hospizlichen Begleitung pflegebedürftiger Menschen, deren letzter Lebensort eine stationäre Einrichtung ist. Dazu brauche es ausreichend Personal. „Die Politik ist gefordert, in diesen Bereichen ausdrücklich eine auskömmliche Personalbemessung sicherzustellen, die auch verlässlich refinanziert wird“, betonte Bischof Ackermann. Statt der Minutenpflege müssten Pflegekräfte sowohl in der Altenpflege als auch im Krankenhaus wieder mehr Zeit für die Zuwendung zum Menschen erhalten: „Das ist nicht nur eine wichtige Bedingung für die Pflegebedürftigen in ihrer Würde, sondern auch für die Attraktivität des Pflegeberufs.“
Quelle: Pressedienst des Bistums Trier "klick"

Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich diesem Wunsch anschließen. Wenn Gewerkschaft und Kirche gemeinsam und koordiniert die gleichen Ziele verfolgen, können sich die Verantwortlichen in Politik und Anderswo diesem Druck kaum entziehen. Es wird an der Zeit, die Sprachlosigkeit zwischen Bischöfen und Gewerkschaft zu überwinden und tragfähige Brücken für gemeinsame Ziele zu bauen.

Freitag, 10. November 2017

Diskussionen im Deutschen Caritasverband

Im aktuellen Heft 19/2017 der Neuen Caritas gibt es einen kleinen Bericht ("Luther blinzelte über die Schultern") der sich mit den Themen und Diskussionen der Delgiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes im Oktober in Magdeburg befasst.

Auf das angekündigte Impulspapier "Gesellschaftlicher Zusammenhalt" sind wir schon mal sehr gespannt. Verfolgt es doch die Intention, eine dreijährige Initiative der Caritas zum gesellschaftlichen Zusammenhalt grundzulegen.



Ver.di-Bundesfachbereichsvorstand FB 3 zum Thema

Nicht verwunderlich ist, dass unmittelbar im Zusammenhang mit den Hinweisen zum Papier die Diskussionen zum 3. Weg Erwähnung finden. Die klassische katholische Soziallehre hat hinsichtlich der Frage des gesellschaftlichen Zusammenhaltes immer wieder auch die (positive) Rolle der Gewerkschaften betont.

Der Warnstreik der Ottenweiler Marienhausklinik im Oktober löste dem Bericht nach auch eine Diskussion zum kirchlichen Arbeitsrecht aus.

"Der kurz vor der Delegiertenversammlung durchgeführte Warnstreik an einer Klinik in Ottweiler im Bistum Trier löste eine Diskussion zum kirchlichen Arbeitsrecht aus.

Donnerstag, 9. November 2017

Schlussanträge des Generalanwalts beim EuGH in Sachen "kirchliche Loyalitätspflichten"

Schlussanträge des Generalanwalts in der Rechtssache C-414/16
Vera Egenberger / Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e. V.
zitiert aus der Pressemitteilung des Gerichtshofes der Europäischen Union (Auszug):
Nach Ansicht von Generalanwalt Tanchev unterliegen berufliche Anforderungen, die von religiösen Organisationen gestellt werden, der gerichtlichen Überprüfung, wenn gegen sie der Vorwurf einer rechtswidrigen Diskriminierung wegen der Religion oder der Weltanschauung erhoben wird

AVR Caritas Anlage 2e für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst in den Regionen

Die neue Anlage 2e  für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst/Krankentransporte, die von der Bundeskommission der AK am 12. Oktober beschlossen wurde,  wurde vorgestern für die Region NRW und gestern für die Region Baden-Württemberg beschlossen.
Bei der heute tagenden Regionalkommission Bayern dürfte auch die Anlage 2e zur regionalen Umsetzung auf der Tagesordnung stehen.

Nicht gelungen war im ersten Anlauf die regionale Umsetzung der Anlage 2e in den Regionen Ost und Nord. Die Region Mitte tagt erst im Dezember und im Dezember haben auch die Regionen Ost und Nord noch einmal Gelegenheit, die Anlage 2e zu übernehmen.

(Einzelheiten zum Thema hatten wir bereits in unserem Blogbeitrag vom 30. Oktober) thematisiert.

Nachtrag am 11.11.: über mögliche Ergebnisse der RK-Sitzung vom 9.11. gibt es bislang keinerlei Informationen, weder in den sozialen Medien noch in den einschlägigen Verbreitungsmedien von Mitabeitern und Dienstgebern. Zu vermuten ist, dass entweder ein oder kein Beschluss gefasst wurde.

Mittwoch, 8. November 2017

Marburger Bund übt heftige Kritik am "Dritten Weg" der Kirchen

Auf der 132. Hauptversammlung am 03./04.11.2017 in Berlin hat der Marburger Bund in den Beschlüssen Nr. 30 ff heftige Kritik am "Dritten Weg" geübt. Im Internet sind die Beschlüsse wie folgt dokumentiert:

Montag, 6. November 2017

Marburger Bund und ver.di wollen kooperieren

ver.di und Marburger Bund wollen Vereinbarung zum Umgang mit Tarifeinheitsgesetz treffen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Marburger Bund (MB) beabsichtigen, eine Vereinbarung zum Umgang mit den Auswirkungen des Tarifeinheitsgesetzes zu schließen. Mit der Vereinbarung soll verhindert werden, dass Arbeitgeber die Gewerkschaften auf Kosten der Beschäftigten gegeneinander ausspielen können.

Sonntag, 5. November 2017

Sonntagsnotizen: Wir würden ja gerne - bloss dürfen tun wir nicht mögen ....

... so oder ähnlich könnte man das Leiden der Verantwortlichen in den Krankenhäusern beschreiben. Und Stefan Sell weist - zurecht - in seinen Twitter-Botschaften vom 30. Oktober auf zwei Meldungen aus dem Ärzteblatt hin:
1.
Führungskräfte in Kliniken kommen mit ökonomischem Druck schlecht klar
Montag, 30. Oktober 2017
und
2.
„Wir sind hin- und hergerissen zwischen Patientenversorgung und Krankenhaus­interessen“
Donnerstag, 21. September 2017


Es ist richtig:

Samstag, 4. November 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass auch nach Jahrzehnten der Systemkonkurrenz zwischen Betriebsverfassungsgesetz und Mitarbeitervertretungsordnung hinsichtlich der jeweiligen Vor- und Nachteile kein klarer Trend erkennbar ist. Zwischen Ordnungs- und Dienstgebern sowie Ordnungs- und Dienstnehmern besteht aber ein hoher Konsens darüber, dass es Vor- und Nachteile gäbe. Dieser Konsens sei ein grundlegendes Element der kirchlichen Betriebsverfassung, dem gegenüber die Frage, für wen die jeweiligen Vor- und Nachteile denn bedeutungsvoller wären, ohne Bedeutung ist. Denn entscheiden sei doch, dass die unterschiedlichen Systeme als Mittel gegen eine unangebrachte Verschwisterlichung kirchlicher Dienst- und weltlicher Arbeitnehmerinnen vorzüglich funktioniere und darin ihre unveränderte Bedeutung bewahre.

Vorletztes Gerücht

Freitag, 3. November 2017

Kirche und Solidarität

Aus dem katholischen Katechismus:
...
1939 Das Prinzip der Solidarität, die man auch als „Freundschaft" oder „soziale Liebe" bezeichnen kann, ist eine Forderung, die sich aus der menschlichen und christlichen Brüderlichkeit direkt ergibt [Vgl. SRS 38-40; CA 10].

Donnerstag, 2. November 2017

"Von Arbeit muss man leben können"

Unter diesem Titel fordert die Mitarbeiterseite der AK die Verhandlungsgruppen der künftigen Jamaika-Koalition in einer Presseerklärung vom 26.10.2017 dazu auf, sich für eine spürbare Verbesserung der Situation von Menschen mit geringem Einkommen und prekären Beschäftigungsverhältnissen einzusetzen.
Insbesondere wird die neue Bundesregierung dazu aufgefordert, die Möglichkeit der sachgrundlosen Befristung abzuschaffen.

Bekanntlich ist die Zentral-Koda bereits seit längerm mit dem Thema befaßt, in einer Nachricht vom 7. Juli 2017 ist zu lesen:
Abschaffung der sachgrundlosen Befristung: Ausschuss bereitet Beschluss vor

Dienstag, 31. Oktober 2017

500 Jahre Reformation - und die Zukunft?

Dass gerade in Deutschland das "500jährige" mit einem gewissen Medienrummel begangen wird, verstehe ich ja - und meinen evangelischen Freunden gönne ich auch den Feiertag, zumal dieser in diesem Jahr auch mir zugute kommt. Aber ist die beginnende Teilung der Kirchen wirklich ein Grund zum feiern? Sollten wir uns nicht demütig darauf beschränken, zu analysieren, was uns trennt - und das Trennende kritisch zu prüfen? Dabei können die Protestanten uns Katholiken durchaus die eine oder andere Entwicklung voraus haben, einen Schritt weiter sein in der Umsetzung der Pfingstbotschaft.

Trotzdem:
nicht alles, was von evangelischen Christen kommt, ist nachahmenswert.

Montag, 30. Oktober 2017

AK- und RK-Sitzungen im Oktober 2017

Im Oktober hat die Bundeskommission der Arbeitsrechtlichen Kommission in Erfurt getagt; in der Folgewoche haben die Regionalkommissionen Nord und Ost getagt.

Die Bundeskommission hat am 12. Oktober eine neue Anlage 2e geschaffen, mit der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst tarifiert werden, zumindest bis zur Überleitung in in eine neue Entgeltordnung nach TVöD.
Zu den Themen "Lehrkräfte" und "einheitliche Schlichtungsordnung" gab es (noch) keine Ergebnisse.
Infos zur Sitzung:


*Der Dienstgeberbrief hat noch eine ganze Anzahl weiterer interessanter Themen: 

Sonntag, 29. Oktober 2017

Sonntagsnotizen - Loyalitätspflichten

In der zweiten Veranstaltung der "Hirschberger Gespräche" haben sich erneut namhafte Praktiker und Juristen mit Spezifika des kirchlichen Arbeitsrechts befasst.
Moderiert von Prof. Reichold widmeten sich Münchens Generalvikar Peter Beer, der Verwaltungsrechtler Prof. Dr. Ansgar Hense, Prof. Dr. theol Ulrike Kostka (Caritas Berlin) und Harald Schliemann, Richter am BAG in unterschiedlichen Aspekten dem Begriff Loyalität.
Was kennzeichnet eine katholisch-kirchliche Einrichtung in einer zunehmend säkularen Gesellschaft?

Samstag, 28. Oktober 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die öffentlichen Verteidiger des Streikverbots in kirchlichen Einrichtungen, die teils über juristische Staatsexamen und juristische Promotionen verfügen und vereinzelt sogar habilitiert sind, nicht erbaut seien über die fehlende Parität, die darin zum Ausdruck kommt,  dass die Medien denjenigen, die das Streikverbot ignoriert haben und vermutlich weiter ignorieren werden, einen weitaus größeren Raum in der Berichterstattung gewährt hätten als ihnen. Zumal die Streikenden weder über Promotionen noch Habilitationen verfügten.

Vorletztes Gerücht

Freitag, 27. Oktober 2017

Fachtagung Altenpflege - Gelegenheit, sich trägerübergreifend auszutauschen

Einladung zur Fachtagung Altenpflege für Betriebliche Interessenvertretungen

zu  unserer  Fachtagung  Altenpflege  wollen  wir  Euch/Sie  ganz  herzlich einladen. Die Tagung findet statt am

Donnerstag, den 16. November 2017 
in Nürnberg
 Themen:
  • 1 Jahr PSG II – Was hat sich für die Beschäftigten und die Einrichtungen geändert?
    Referent:  Timo  Balmberger  (Dipl.-Kfm.,  zertifizierter  Rating-Analyst, zertifizierter Mediator und Mitarbeiter von BAB)
  • Betriebliche Erfahrungen mit der Umsetzung des PSG II
    In Arbeitsgruppen mit Einführungen von Mitgliedern der Landesfachkommission Altenpflege
  • Was plant die neue   Bundesregierung für die Altenpflege? – Auswirkungen auf die Beschäftigten und die Einrichtungen
    Referent: Dietmar Erdmeier (Bereich Gesundheitspolitik beim Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft - ver.di)
ver.di Bayern
Landesfachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen



Donnerstag, 26. Oktober 2017

Aktionen und Streiks im Krankenhaus zeigen Wirkung: Gespräche in Trier

Pressemitteilung Ver.di vom 25. Oktober 2017:

Die bundesweiten Aktionen und Streiks für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus zeigen Wirkung. Die Streikenden des katholischen Marienhaus in Ottweiler haben heute in Trier ein Gespräch mit der Diözesan-Caritasdirektorin und dem Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft katholischer Krankenhäuser im Saarland. In einem Schreiben an die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) stellt der Bischof von Trier, Dr. Stephan Ackermann, heraus, dass auch er das Anliegen einer besseren Personalausstattung teile und man sich seit Jahren auf politischer Ebene für eine bessere Finanzierung der Pflege und damit auch für mehr Personal einsetze. „Es ist gut, die katholische Kirche bei der politischen Forderung an unserer Seite zu wissen. Die Kirchen sind eine große Trägergruppe der Krankenhäuser,“ sagte Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstand für das Gesundheitswesen zuständig. „Es muss aber nicht nur mehr Geld ins System, sondern das Geld muss auch bei der Pflege ankommen. Um das sicherzustellen muss es gesetzliche Vorgaben zur Personalausstattung geben, die sich am Pflegebedarf der Patienten orientieren.“ ver.di hoffe, dass die katholischen Krankenhäuser hier ihren Einfluss gegenüber der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) nutze. Die DKG lehne bisher noch Vorgaben zur Personalausstattung ab, ohne eigene Vorschläge vorzulegen, wie das offensichtliche Problem wirksam gelöst werden könne, so Bühler.
Auch in der Politik kommt die Botschaft der Pflege an. Bühler begrüßte daher die Äußerungen der Grünen-Abgeordneten Maria Klein-Schmeink und Kordula Schulz-Asche, die anlässlich der Streiks in den Krankenhäusern die steigende Arbeitsbelastung für die Beschäftigten kritisierten und versprachen, sich dafür einzusetzen, die Rahmenbedingungen in der Pflege zeitnah und spürbar zu verbessern. ver.di fordert ein Sofortprogramm. Niemand soll mehr in einer Schicht alleine arbeiten müssen und die Auszubildenden brauchen eine gute Anleitung. Im Volumen sind das mindestens 20.000 Stellen mehr für die Pflege.
„Die Pflegekräfte lassen sich nicht mehr aufhalten. Wir geben keine Ruhe mehr, bis es mehr Personal gibt“, kündigte Bühler an. Die Arbeitgeber sind in der Pflicht, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, die Politik hat die Verantwortung für eine gute und sichere Patientenversorgung“, so Bühler

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Gespräche und anderes in Trier - Faktenblätter zum 3. Weg

Heute werden die Auseinandersetzungen zum Thema Entlastung in der Region Saar Trier fortgesetzt. 

Wir haben in den letzten Tagen darüber informiert.

Gestern hat sich der Caritasverband Trier in einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet auf die wir hier gerne verweisen (Pressemitteilung vom 24. Oktober 2017):
Rahmenbedingungen für die Pflege müssen verbessert werden
24.10.2017 // Der Diözesan-Caritasverband steht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus katholischen Krankenhäusern, die am 25. Oktober im Rahmen einer Aktion nach Trier kommen, zum Gespräch zur Verfügung.
Dabei soll beraten werden, wie die Pflege entlastet und notwendige Verbesserungen im Finanzierungssystem der Krankenhäuser endlich erreicht werden können.
... 

Die Pressemitteilung nimmt ausführlich Bezug auf das "bewährte Instrumentarium" des 3. Weges.

Man kann dieses System auch kritisch sehen, das die Beschäftigten davon entlastet, aktive Mitverantwortung für die Gestaltung und Durchsetzung gerechter Vergütungen wahrzunehmen und sich in Gewerkschaften zu engagieren und dort gemeinsam teilzunehmen "am Kampf für soziale Gerechtigkeit" (Katechismus der Katholischen Kirche). Man kann dieses System kritisch sehen, das die Kolleginnen und Kollegen im Kampf alleine lässt und sich dann an den Ergebnisses bedient, wenn der Kampf beendet ist und man im konsensuellen paritätischen Verfahren deren Ergebnisse dann kampflos übernimmt.

3. Weg - Faktenblätter

"Entlastung" als Thema am Sonntag in den Tagesthemen: mit Bildern und Interviews aus Ottweiler!

"Mehr Personal im Krankenhaus" war am Sonntag Thema in den Tagesthemen: Tim Umhofer vom Marienhaus Ottweiler spricht. Sylvia Bühler spricht. Streikbilder aus Ottweiler.

Gibt es alles noch in der Mediathek:

Pflege als Koalititonsthema: Positionen und Streitpunkte

Dienstag, 24. Oktober 2017

Bewegung wirkt - Entlastung jetzt

Krankenhausbeschäftigte fordern mehr Personal und Entlastung. Peititionen, Aktionen, Demonstrationen, Streiks. Manche meinen, das bringt doch alles nichts. Stimmt aber nicht.

Und es zeigt sich. dass auch im Bereich der kirchlichen Wohlfahrtsverbände tätige Solidarität im Kampf um bessere Arbeitsverhältnisse im Bereich der Pflege möglich ist.

Und notwendig bleibt.
Flugblatt als pdf                   

Montag, 23. Oktober 2017

Ottweiler macht weiter für Entlastung: Auf zum Bischof nach Trier

Streik am 25. Oktober 2017

Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten des Marienhauses Ottweiler erneut für kommenden Mittwoch, 25.10.2017, in den Streik. Da die Marienhausklinik immer noch nicht bereit ist, Verhandlungen mit ver.di über Entlastung aufzunehmen, streiken die Pflegekräfte von Ottweiler erneut im Rahmen einer deutschlandweiten Streikwelle.

Wie die Gewerkschaft mitteilt, beabsichtige man nach Trier zum Bischof zu fahren, um mit ihm in einer Audienz die Fragen des Pflegenotstandes zu beraten. Im Frühjahr hatten sich beschäftigte in 14 persönlichen Briefen an den Bischof Stephan Ackermann gewandt. Landesleiter Michael Blug und Fachbereichsleiter Frank Hutmacher haben in einem Schreiben an den Trier Bischof eine Abordnung des Pflegepersonals angekündigt.

mehr: http://saar-trier.verdi.de


Sonntag, 22. Oktober 2017

Sonntagsnotizen - Kirchliches Arbeitsrecht in den Medien

katholisch.de nimmt noch einmal differenziert Bezug auf die öffentlichen Diskussionen, die durch den Warnstreik an der Ottweiler Marienhausklinik ausgelöst wurde.

"Lauterbach für Streiks in kirchlichen Krankenhäusern
Das kirchliche Arbeitsrecht muss nach Aussage des Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion angepasst werden. Schlecht besetzte Krankenhäuser seien eine Gefahr, auf die man hinweisen müsse, so Lauterbach."

Bezug genommen wird dabei auf einen Artikel in Christ & Welt, in dem Karl Lauterbach zitiert wird.

Der Christ & Welt-Artikel selbst (online bislang nicht öffentlich zugänglich):

Samstag, 21. Oktober 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Vertreter des 3. Weges größten Wert auf die grundlegenden Unterscheidungen zwischen Konsensorientierung und Konsensorientierung legen. Gespräche und Verhandlungen finden im Tarifsystem des 3. Weges mit dem Ziel statt, zu einer Verständigung, dh. einem Konsens zu kommen, die dann in einem Beschluß mündet. Im 2. Weg  finden Gespräche und Verhandlungen hingegen mit dem Ziel statt, zu einer Verständigung zu kommen, die dann in einem Tarifvertrag mündet. Dass im 2. Weg das Wort "Konsens"seltener benutzt wird, hängt damit zusammen, dass dort die Lateinkenntnisse weniger ausgeprägt sind.
Große Unterschiede bestehen auch im 2. und 3. Weg bei der Bewertung der im Konsens getroffenen Vereinbarungen: im 3. Weg werden die Beschlüsse üblicherweise von der Dienstgeberseite als zu hoch und von der Dienstnehmerseite als zu niedrig eingeschätzt. Im 2. Weg hingegen beklagen  die Arbeitgeber die Abschlüsse als bedenklich hoch und die Arbeitnehmerseite als hinter den Forderungen und Erwartungen zurückbleibend.

Gelegentlich ist auch zu hören, das Gerede von Konsens sei Nonsens.

Vorletztes Gerücht

Freitag, 20. Oktober 2017

Aufgemerkt Caritas: ver.di Bundestarifkommission läutet den Beginn der Tarif- und Besoldungsrunde 2018 mit dem Bund und der VKA ein!

Bekanntlich trüge ein Großteil der Tabellen der AK Caritas, wenn ein solche üblich wäre, einen Copyrightvermerk der Tarifparteien des öffentlichen Dienstes. Dort werden die Tabellen verhandelt und es wird um sie gekämpft. Wenn dann die Ergebnisse durchgesetzt wurden und und als konsensual (nämlich von allen Beteiligten unterschrieben) per Tarifvertrag ihre Rechtsverbindlichkeit erhalten, beginnt die Arbeit der AK Caritas und das Ringen darum, wann und wie die Tabellen abgeschrieben werden und den Segen des kirchlichen Konsenses erhalten.
Mit heftigen Rügen hingegen müssen diejenigen leben, die, wie etwa in der Marienhausklinik Ottweiler tätige Solidarität üben, über Sonntagsreden hinausgehen und selbst aktiv werden und sich am Kampf für bessere Arbeitsbedingungen engagiert beteiligen.
[Vergleichbare Verhältnisse gibt es natürlich auch im sogenannte verfassten Bereich der katholischen Kirche, wo häufig per Tarifautomatik der Konsens dort hergestellt wird, wo die Tarifparteien den Streit beendet haben.]

Das aktuelle Ver.di-Flugblatt informiert über die Lage:



In der Sitzung am 17./18. Oktober 2017 hat die ver.di-Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst die Kündigung der Entgelttabellen zum TVöD, zum TV-V und zu den Tarifverträgen für Auszubildende und für Praktikantinnen und Praktikanten zum 28. Februar 2018 beschlossen.

Ziel ist, gemeinsam mit den ver.di-Mitgliedern deutliche Einkommenserhöhungen im öffentlichen Dienst von Bund und kommunalen Arbeitgebern ab dem 1. März 2018 zu erreichen.

Die Forderungen für die Tarif- und Besoldungsrunde 2018 werden von der Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst am 8. Februar 2018 beschlossen.

Bis dahin haben die ver.di- Mitglieder die Möglichkeit, in den Dienststellen und Betrieben ihre Forderungen und deren Durchsetzungsmöglichkeiten zu diskutieren.



Flugblatt als pdf


Donnerstag, 19. Oktober 2017

Zahl des Monats

das wiff (Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte) hat in diesem Monat eine Abschätzung zum Fachkräftemangel zur Zahl des Monats gemacht.

Demzufolge fehlen bis 2025 bis zu 329.000 Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung an Kitas und Grundschulen. (https://www.fachkraeftebarometer.de/zahl-des-monats/)

Um diese Lücke füllen zu können, müssten die Ausbildungskapazitäten mehr als verdoppelt und der Beruf deutlich attraktiver werden. ver.di weist seit Jahren auf den bereits bestehenden Fachkräftemangel hin, der zuletzt 2015 von den öffentlichen Arbeitgebern noch bestritten wurde.
Politik ist gefordert nun die notwendigen Anstrengungen zu unternehmen und Ausbildungskapazitäten zu schaffen, Ausbildungspersonal zu qualifizieren und zu gewinnen. Das Arbeitsfeld muss attraktiver werden. Für uns bedeutet das: Verbesserung aller Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig müssen die notwendigen Bedingungen geschaffen werden, um die Praxis zu einem Ort guter praktischer Qualifizierung zu machen.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ottweiler - Um Gottes Willen: Entlastung jetzt

unter diesem Titel berichtet ver.di Saar-Trier über den Streik am Marienkrankenhaus
Erstmals hat am 11.10.17 auch das Pflegepersonal eines katholischen Krankenhauses, des Marienhausklinikums in Ottweiler, gestreikt.

Die Streikenden machten deutlich, dass die Überlastung des Krankenhauspersonals auch in Häusern unter kirchlicher Trägerschaft kein Deut besser ist, als in anderen deutschen Kliniken. Das war ein beeindruckender Tag in der saarländischen Kleinstadt Ottweiler. Solidarität wurde an diesem Tag großgeschrieben. Es war auch ein historisches Ereignis. Gestaltet von den Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern des Marienhausklinikums Ottweiler. Wir zeigen hier einen kurzen Film von verdi.TV, der Euch einen Eindruck vermittelt:

Montag, 16. Oktober 2017

Berliner Manifest für gerechte Arbeitsbedingungen in der Diakonie

Nicht nur in katholischen Krankenhäusern stehen die Beschäftigten auf. Die Kolleginnen und Kollegen aus der Diakonie prangern schon seit Jahren die Missstände an. Am Freitag haben sie ein am Vortag beschlossenes "Berliner Manifest für gerechte Arbeitsbedingungen in der Diakonie" an die Tür der VdDD (Verband diakonischer Dienstnehmer Deutschlands) Geschäftsstelle „genagelt“, mit dem auch die gemeinsame Verantwortung beider kirchlicher Wohlfahrtsverbände angesprochen wird:
...
Diakonie und Caritas stehen im politisch gewollten Wettbewerb miteinander und gegenüber anderen öffentlichen und privaten Trägern. Sie üben zu Recht Kritik an den Folgen von Markt und Wettbewerb in dieser Branche, doch das reicht nicht. Ein gemeinsamer Einsatz für einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag ist dringend erforderlich. Reformen und Aktionen sind angesagt!
Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen in den Diakonischen Werken Niedersachsens



Abschließend möchten wir noch einige Berichte aus dem Saarland nachtragen:

Peter Tiefenbrunner hat im Saarländischen Rundfunk unter dem Titel "Wegerecht" einen Kommentar zum Nachhören und Nachlesen gesprochen:
...
„Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes“ bestimmt der Artikel 140. Und da hört die eine Seite halt gerne nach der Hälfte auf zu lesen. ...

Sonntag, 15. Oktober 2017

"Wenn sich nichts ändert, bricht das System zusammen" - Michael Quetting im Interview mit katholisch.de

"Wenn sich nichts ändert, bricht das System zusammen"
Erstmals haben Mitarbeiter eines katholischen Krankenhauses gestreikt. Ihr Ziel: Entlastung für Pflegende. Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Quetting hat den Streik begleitet. Im Interview erzählt er, wie es jetzt weiter geht – und was droht, wenn es zu keiner Einigung kommt.

Weiter auf: http://www.katholisch.de



Samstag, 14. Oktober 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Caritaseinrichtungen, welche die Tarifbindung an die AVR Caritas (obwohl diese als zwingende Verpflichtung beziehungsweise Mitgliedschaftsbedingung  gestaltet ist), missachten, keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen befürchten müssen. Arbeitsrechtliche Konsequenzen seinen auch bei der Caritas in "deutlich über 90 % der Fälle" für Mitarbeiter gedacht und nicht für Dienstgeber.
Im übrigen sei die Formulierung "deutlich über 90 %", mit der die Dienstgeber üblicherweise die Tarifbindung der AVR bezeichnen natürlich ein bescheidenes Understatement: selbstverständlich liege der Anteil der AVR-Anwender unter den AVR-Anwendern bei exakt 100 %!

Vorletztes Gerücht

Freitag, 13. Oktober 2017

Ein Streiktag, der in die Geschichte eingehen wird

 
 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, 
Der erste Streik an einem katholischen Krankenhaus liegt hinter uns. Wir sind immer noch sprachlos, wie unglaublich viele Menschen uns in den letzten Tagen unterstützt haben. Wir haben unzählige Solidaritätsbotschaften über die unterschiedlichsten Wege erhalten. Wir wurden im Streiklokal besucht, zur Demonstration kamen hunderte Unterstützer und diese Petition wurde inzwischen von über 3000 Menschen unterzeichnet.