Montag, 26. September 2016

Heute startet die Flaggen-Tour zu den saarländischen Krankenhäusern

Heute startet die Gewerkschaft ver.di mit ihrem Feuerwehr-Oldtimer eine „Flaggen-Tour de Saar“ zu allen saarländischen Krankenhäusern. Alle Stationen und Bereiche, die zu 75% aktionsfähig sind, erhalten eine Flagge mit dem Aufdruck „Aufstehn für die Pflege“. Außerdem gibt es Informationen und Meinungsklammern für die Pflegekräfte.

Wie der für den Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen im ver.di Bezirk Region Saar Trier zuständige Gewerkschaftssekretär Michael Quetting mitteilt, startet die Tour am 26. September in St. Ingbert, Sulzbach und Homburg und endet nach 14 Tagen am 07. Oktober auf dem Sonnenberg und vor der Caritasklinik in Saarbrücken-Malstatt. Man handele damit im Auftrag der „Kommission Entlastung“, die am 19. September die Forderungen festgelegt habe und nun das konkrete Procedere der Tarifauseinandersetzung berate und vorbereite.


Sonntag, 25. September 2016

Sonntagsnotizen: "Caritas am Scheideweg"

Wir haben schon darauf hingewiesen: im Echter Verlag wurde eine "Würzburg-Studie" veröffentlicht (ISBN 978-3-429-03994-3), die sich intensiv und wissenschaftlich fundiert aufgrund einer repräsentativen Befragung von über zweitausendzweihundert der rund siebzehntausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bistum mit den "spirituellen Quellen der Caritas" befasst. "Die Ergebnisse, die in anderen Diözesen Deutschlands ähnlich ausfallen dürften" (Vorwort der Autoren zur Studie, S. 18) werden mit intensiverem Studium immer deutlicher. Es steht zu vermuten, dass sich auch die deutschen Bischöfe in ihrer diesjährigen Herbsttagung in Fulda (im Rahmen des Caritas-Studientages?) mit der Studie befasst haben.
Selbstkritisch stellte Kardinal Woelki fest, dass es für die Bischofskonferenz nicht ausreiche, Dienstgeber eines guten und effektiven Wohlfahrtsverbandes zu sein. Die Verantwortung der Bischöfe gehe darüber hinaus ...
Quelle: Pressebericht Herbstvollversammlung Fulda 2016
Und wenn die Bischöfe "ihren Job ernst nehmen", dann werden sie sich auch weiterhin mit dieser fundierten Analyse auseinandersetzen - genauso, wie auch wir immer wieder auf die Studie zurück kommen werden.
Die Studie zeigt mehr als deutlich (für manche vielleicht erschreckend) auf, in welchem Spannungsfeld sich der "kirchliche Sozialkonzern Caritas" bewegt.

Einige dieser Punkte möchten wir kurz ansprechen:

Samstag, 24. September 2016

Papst, Deutschland und Gewerkschaft ... Singulari quadam (Pius X.)

Am 24. September 1912 ist eine päpstliche Sozialenzyklika an die Bischöfe Deutschlands ergangen. Damit sollte der "deutsche Gewerkschaftsstreit" beendet werden.

Ist es Zeit für ein neues Sozialwort?

Wie aus dem abschließenden Pressebericht zur Herbstvollversammlung der Deutschen Bischöfe 2016 hervorgeht, hat Kardinal Marx in seiner "Predigt im Eröffnungsgottesdienst ... bewusst an das 125-jährige Jubiläum der Sozialenzyklika Rerum novarum von Papst Leo XIII. erinnert".
Was der Papst damals grundlegte, prägt auch unser Handeln heute: Es ist die Frage, wie man einer Spaltung der Gesellschaft entgegentreten und wie sich die Kirche am Einsatz für gesellschaftliche Teilhabe, für Solidarität und Würde beteiligen kann, ...
Vielleicht ist Kardinal Marx dann auch auf die Ansprache von Papst Paul VI. bei der 75-Jahrfeier von Rerum novarum am 22.05.1966 eingegangen. Dieser hat dabei unter anderem festgestellt:
(5) Die Kirche hat das Recht auf gewerkschaftlichen Zusammenschluß anerkannt, verteidigt und gefördert und dabei eine gewisse theoretiche und historische Vorliebe für korporative und bipolare Formen überwunden. ...
Auch die Sozialenzyklika "Laborem exercens", die ZUM NEUNZIGSTEN JAHRESTAG DER ENZYKLIKA »RERUM NOVARUM« verfasst wurde, läge für eine Reflektion nahe.

Wir erinnern an die Sonntagsnotizen vom 11. September und an unseren Blogbeitrag vom 31. August 2013 "Die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft ist ohne starke Gewerkschaften nicht denkbar", der an die Sozialenzyklika "Laborem exercens" (insbesondere über die Bedeutung der Gewerkschaften) anknüpft.
Siehe auch den Blogbeitrag vom 29. Oktober 2013: Dienstgemeinschaft – Idee und Wirklichkeit (Teil B - Zur "Dienstgemeinschaft" als "Leitprinzip des kirchlichen Dienstes")

Freitag, 23. September 2016

Hamburger Erklärung der DiAG MAV Hamburg zur Lohngerechtigkeit bei der Caritas

Die DiAG MAV Hamburg hat am 14. September 2016 eine Erklärung verabschiedet, mit der sie dagegen protestiert, dass die bei den MitarbeiterInnen der Caritas im Erzbistum Hamburg die

Löhne im Verhältnis zu den Beschlüssen der Bundeskommission deutlich abgesenkt sind - bis auf ein Niveau von 88 % - und dass die Beschlüsse der Bundeskommission grundsätzlich nur mit massiven zeit- lichen Verzögerungen umgesetzt werden.
[...] 
Die Mitgliederversammlung der MAVen des Erzbistums Hamburg fordert die Verantwortlichen auf, dafür Sorge zu tragen, dass ab sofort bei den Lohnverhandlungen der Regionalkommission Ost die Bundesmittelwerte ungekürzt und ohne zeitliche Verzögerung übernommen werden.

Link zur Hamburger Erklärung

Donnerstag, 22. September 2016

Krankenhaustagung 10. bis 11. November 2016 in Berlin: Mitbestimmung nutzen - Entlastung gewinnen


Gesetzliche Personalbemessung, Expertenkommission, Überstundenberg, Krankenhauspetition, Nachtdienstcheck, Aktion162.000 sind nur einige Stichworte für ein ganz großes Thema, das alle bewegt und das von ver.di eindrucksvoll bewegt wird – Entlastung. Das ist Anlass für uns, dass wir unsere achte Krankenhaustagung unter das Motto »Mitbestimmung nutzen – Entlastung gewinnen« stellen. Denn neben den gesetzlichen und den tariflichen Möglichkeiten bietet auch die Mitbestimmung vielfältige Ansatzpunkte, Entlastung mit und für die Kolleginnen und Kollegen zu schaffen.

Die aktuellen Rahmenbedingungen und politischen Entwicklungen, das Krankenhausstrukturgesetz und seine Relevanz für die Interessenvertretung sind ebenso Thema der Tagung wie die Pflegeberufsreform. Prof. Dr. Bernhard Badura, führender Experte der betrieblichen Gesundheitsförderung, stellt Studienergebnisse und Maßnahmen vor. Wir hören Zahlen, Daten, Fakten zur Gesundheit von Krankenhausbeschäftigten und wir beleuchten das Krankenhausstrukturgesetz aus ökonomi- scher Sicht eines einzelnen Krankenhauses.

Mittwoch, 21. September 2016

Programmhinweis: Mitmenschlichkeit im Fokus Gute Pflege - Eine Frage der Haltung? - SWR heute 20:15 Uhr

Der SWR befasst sich heute um 20:15 Uhr in "Betrifft" mit der Situation in der Altenpflege. Thema der Sendung ist:

Mitmenschlichkeit im Fokus
Gute Pflege - Eine Frage der Haltung?

Aus dem Informationstext zur Sendung:
Brigitte Rogowski ist 92 und hatte sich bis zuletzt gewehrt, in ein Heim zu ziehen. Doch nach einem Sturz ging es nicht mehr anders - sie hatte Glück und kam ins Maria-Martha-Stift in Lindau am Bodensee. Hier legt man Wert auf Zuwendung, Mitmenschlichkeit, gesundes Essen und abwechslungsreiche Tagesgestaltung. Und das zu durchschnittlichen Pflegesätzen. Gute Pflege - also eine Frage der Haltung?

Papst Benedikt und Deutschland II: 5 Jahre Freiburger Appell

Heute jährt sich zum fünften mal der Appell Benedikts an die Nomenklatur der deutschen Katholiken: ENTWELTLICHT EUCHT - verzichtet auf die Arbeitgebermacht, die Euch das deutsche Arbeitsrecht gewährt, denn das Arbeitsrecht ist "des Kaisers"
Dass wir mit dieser Interpretation nicht so ganz falsch liegen, haben wir in unseren Sonntagsnotizen vom 11. September d.J. zeigen können.
Und möglicherweise wird diese Interpretation auch von Bischöfen geteilt. Auf "katholisch de" ist gerade ein Interview mit Bischof Voderholzer erschienen. Unter der Überschrift "Kirchenaustritte sind uns nicht egal" wird über das Glaubensleben in Deutschland gesagt:

Dienstag, 20. September 2016

Weltkindertag: Kindern ein Zuhause geben


Hier sind Gewerkschaft und katholische Kirche sicher einig!

Zu Beginn der Vollversammlung in Fulda zeigte sich Kardinal Reinhard Marx besorgt um das politische Klima in Deutschland. Besonders seinem Ärger über die jüngsten Äußerungen eines CSU-Spitzenpolitikers machte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz deutlich Luft.
Quelle: Katholisch.de

Auf die weiteren Ergebnisse der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischöfe in Fulda sind wir gespannt.

Montag, 19. September 2016

Wie kirchlich ist die Caritas? Spiritualität als Ressource für eine dienende Kirche ....

Gerade rechtzeitig zum Jubiläum der "Freiburger Konzerthausrede" ist unter dem Titel "Spiritualität als Ressource für eine dienende Kirche" eine Untersuchung veröffentlicht worden, die der Caritas-Verband Würzburg im letzten Jahr von den Freiburger Religionssoziologen Lucia Segler und Michael Ebertz 1) durchführen lies. Diese „Würzburg-Studie“ wurde im Echter Verlag veröffentlicht (ISBN 978-3-429-03994-3). Im Buch wird auf Seite 238 dargestellt, welche Ausbau- und Reduktionswerte für verschiedene Dinge von den Mitarbeitern gewünscht werden.
Vier Merkmale (Ausbauwerte) liegen über 50 %; gewünscht wird:
+ "dass Mitarbeiter gerecht entlohnt werden" wünschen 80 % der Beschäftigten (das ist der höchst Ausbauwert in der Studie überhaupt!)
+ Zeit für Klienten -> 65 %
+ fachlich-menschliche Qualität -> 58 %
+ Wertschätzung der Mitarbeiter -> 52 %