Montag, 25. September 2017

Belastungscheck Kirche


Wieder aus dem Frei eingesprungen? Ständig überarbeitet und keine Zeit für PatientInnen?

Zeit für #Entlastung! Lass die Arbeitsbelastung in deinem kirchlichen Krankenhaus checken. Melde dich an auf www.belastungscheck.de



Sonntag, 24. September 2017

Sonntagsnotizen - egal wie die Wahl heute ausgeht: die wesentlichen Verbesserungen kommen nicht von selbst und nicht "von der Politik", wir Betroffene müssen uns auch selbst darum kümmern

Spiegel-Online hat sich in dieser Woche in mehreren interessanten Artikeln mit der Situation in der Altenpflege befasst.

Deutlich wird: wenn die Beschäftigten in der Altenpflege nicht auch selber aktiv werden, wird es die notwendigen Veränderungen nicht geben!

Wahlversprechen
Was sich Pfleger wirklich wünschen
Mehr Lohn, weniger Stress: Alle großen Parteien versprechen, die Situation für Pflegekräfte zu verbessern. Doch der wichtigste Punkt, sagen die Betroffenen, findet sich in keinem Wahlprogramm.

Personalmangel in der Altenpflege
"Wir laufen auf eine Katastrophe zu"
Kurz vor der Wahl wird der Pflegenotstand zum Thema. Im Interview spricht Ökonom Stefan Sell von Niedriglöhnen und Personalmangel - und erklärt, weshalb Altenpfleger in die Gewerkschaft eintreten sollten.
"Gesundheitsökonomen haben die Kosten für gleiche Löhne in Alten- und Krankenpflege mit 5,9 Milliarden Euro berechnet. Aber das Geld muss auch bei den Altenpflegern ankommen. Das wird absehbar nicht geschehen, wenn man sich darauf beschränkt, nur mehr Geld ins System zu geben."
Denn fast die Hälfte der Heime von werden von privatgewerblichen Trägern betrieben, deren wesentlicher Zweck es ist, Gewinne zu machen, die um so höher ausfallen können, je weniger man ihn mit den Beschäftigten teilt.
Und ein weiteres Zitat von Prof. Sell:
"...und zumindest in der ökonomischen Theorie müssten die Heimbetreiber ordentlich mehr Geld bieten, um überhaupt Personal zu bekommen. Allerdings besteht in der Altenpflege ein starkes Kräftegefälle zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, und zwar aus zwei Gründen: Zum einen werden viele Heime von kirchlichen Trägern betrieben - und nach wie vor wird ihren Angestellten das fundamentale Recht zum Streik verwehrt. Und wo das nicht der Fall ist, sind zum anderen nur sehr wenige Pflegekräfte in einer Gewerkschaft, die gute Flächentarifverträge durchsetzen könnte. Man kann den Pflegekräften nur raten: Organisiert euch!"

Anders wird es nicht gehen!

Samstag, 23. September 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Kirchen den Parteien sehr dankbar seien, dass diese, bis auf die notorische Ausnahme zweier Parteien, das kirchliche Arbeitsrecht im Wahlkampf nicht thematisiert haben. Das lasse hoffen, dass von Seiten der kommenden Regierung keine Gefahr drohe und die Dienstgeber mit ihren Beschäftigten weiterhin die Annehmlichkeiten der Dienstgemeinschaft genießen können.

Vorletztes Gerücht

Freitag, 22. September 2017

Solidaritätserklärung aus der Fachtagung Behinderthilfe mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken

An die Kolleginnen und Kollegen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus einsetzen und sich seit Dienstag, dem 19.09.2017 im Arbeitskampf befinden

Wir, die knapp einhundert anwesenden Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertretungen der ver.di-Fachtagung Behindertenhilfe in Dortmund, bekunden unsere Solidarität mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken in Bayern, Hessen, NRW, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Berlin.

Zu wenig Personal, zu wenig Zeit für den Menschen und Arbeitsbedingungen, die krankmachen. Auch wir Beschäftigte in der Behindertenhilfe kennen das leider nur zu gut. Der Kampf für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal ist daher ein Kampf, der uns Beschäftigte in allen Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens verbindet. Es ist ein wichtiges Signal, den Druck nun weiter zu erhöhen!

Wir stehen an eurer Seite und wünschen euch viel Ausdauer, Kraft und Erfolg!

Mittwoch, 20. September 2017

Was könnte man tun, um Ungleichheit zu reduzieren?

Politik und Sozialpartner können auf vielen verschiedenen Ebenen etwas bewirken.

Bildung: Der kostenlose oder staatlich gestützte Zugang zu frühkindlicher Bildung, aber auch zu höheren Bildungseinrichtungen ist ein zentrales Element, um Chancengleichheit zu gewährleisten und soziale Mobilität zu ermöglichen.

Gewerkschaftlicher Organisationsgrad: Gemäß Forscherinnen des Internationalen Währungsfonds steigt die Einkommensungleichheit mit fallendem Einfluss von Gewerkschaften an. Dies ist neben einer sinkenden Verhandlungsmacht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch darauf zurückzuführen, dass starke Gewerkschaften über ihre politische Einflussnahme einen umverteilenden Wohlfahrtstaat fördern. Eine Stärkung des gewerkschaftlichen Organisationsgrads sollte folglich eine ungleichheitsmindernde Wirkung haben.

Dienstag, 19. September 2017

Tarifvertrag Entlastung in Kliniken: ver.di zieht positive Zwischenbilanz des Streiktags

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zieht eine positive Zwischenbilanz des Streiktags für einen Tarifvertrag Entlastung. „Die Beschäftigten haben deutlich gemacht, dass sie dringend Entlastung und Hilfe benötigen. Die unternehmerische Freiheit endet dort, wo der Gesundheitsschutz der Beschäftigten beginnt“, sagte Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler am Dienstag. Die Arbeitsniederlegungen fanden zunächst in Kliniken in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Berlin statt.

Klinikbeschäftigte streiken für Entlastung

Nachdem die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Juli bundesweit Kliniken zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert hatte, finden heute (Dienstag, 19. September 2017) die ersten Streiks statt. „Leider zeigten einige Arbeitgeber keine Bereitschaft, Entlastung für die Beschäftigten zu schaffen, so dass sich ein Streik nicht verhindern ließ“, so Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstand. Aufgerufen zum Streik wurden Beschäftigte in Kliniken in Bayern, Hessen, NRW, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Berlin. An anderen Kliniken sind die Arbeitgeber gesprächsbereit.

Anlass für die Tarifauseinandersetzung ist die schlechte Personalausstattung in den Krankenhäusern, die zur permanenten Überlastung der Beschäftigten führt. „Zu wenig Personal heißt zu wenig Zeit. Die ständige Zeitnot macht die Beschäftigten krank. Eine gute Versorgung der Patienten ist unter diesen Umständen oft nicht möglich. Das betrifft alle Krankenhäuser, egal ob öffentlich oder privat. Deshalb führen wir die Auseinandersetzung bundesweit und haben Kliniken verschiedenster Träger zu Verhandlungen aufgefordert“, betonte Bühler. Dass ausgerechnet in Krankenhäusern immer wieder gegen den Gesundheitsschutz verstoßen werde, der gesetzlichen Verpflichtung der Arbeitgeber zum Trotz, sei nicht länger hinnehmbar. „Da hilft den Arbeitgebern auch kein Verweis auf die unternehmerische Freiheit. Die endet dort wo der Gesundheitsschutz der Beschäftigten beginnt“, so Bühler.

Montag, 18. September 2017

Bundestagswahl 2017 - am 24. September wählen gehen!

Entscheide mit über die Zukunft des Gesundheitswesens und der Pflege! Deine Stimme für eine sichere Versorgung und gute Arbeit: für eine gesetzliche Personalbemessung im Krankenhaus und für mehr Personal in der Altenpflege.
Geh zur Bundestagswahl! Wir brauchen im Deutschen Bundestag Mehrheiten für eine soziale Gesundheits- und Pflegepolitik. Wir brauchen Abgeordnete, die die Gesundheitsversorgung und die Pflege als Kernbereich öffentlicher Daseinsvorsorge verstehen und sich dafür einsetzen.

Entlastung für die Pflege

Ob in Krankenhäusern, Altenheimen oder der ambulanten Pflege – überall mangelt es an Personal, sind Beschäftigte überlastet, fehlt die Zeit für eine gute Versorgung. Eine zentrale Ursache ist, dass der Alltag in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zunehmend von betriebswirtschaftlichen Kennziffern bestimmt wird. Wie in der Industrie herrscht ein ständiger Druck, noch flexibler, noch billiger zu arbeiten. Fachkräfte werden durch weniger qualifiziertes Personal ersetzt. Pro Pflegekraft sind im Durchschnitt immer mehr Patient/innen bzw. Bewohner/innen zu versorgen. Tausende Überlastungsanzeigen dokumentieren: Die Arbeitsverdichtung, der Zeit- und Leistungsdruck machen die Beschäftigten krank.
Längst ist belegt, dass die Versorgungsqualität in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen stark davon abhängt, ob genug qualifiziertes Personal zur Verfügung steht. In anderen europäischen Ländern sind rechtliche Vorgaben für die Personalausstattung durchaus verbreitet. Wird das Verhältnis Pflegekraft pro Patient/in betrachtet, ist Deutschland im internationalen Vergleich das Schlusslicht. Das muss sich ändern.

Samstag, 16. September 2017

Samstagabend - Zeit für das jüngste Gerücht

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Kirchensteuereinnahmen der Katholischen Kirche in den vergangenen 5 Jahren mit einer deutlich besseren Performanz aufwarten können, als die AVR-Vergütungen von Fachkräften in der Pflege bei der Caritas. So hätten sich die Kirchensteuereinnahmen zwischen 2011 und 2016 von 4918 Millionen auf 6146 Millionen €, also um 24,97 % gesteigert, während die Vergütungen in der Anlage 32, 7a nur von 2801,05 auf 3220,01, also um 14,57 % gestiegen sind. Man wolle die Verhältnisse nicht weiter vertiefen (!), aber man fände es doch bemerkenswert, dass die Wirtschaftskraft von Katholiken, soweit sie im Steueraufkommen zum Ausdruck komme, deutlich besser sei als die Wirtschaftskraft von Pflegekräften, auch wenn diese als Katholiken in Caritaseinrichtungen beschäftigt sind.
Man wolle diese Umstände aber keinesfalls skandalisieren.

Vorletztes Gerücht